Der 2. März 2021 war kein normaler Schultag bei uns im Sacré Coeur in Wien.

Grund dafür war die Klemensweckerlaktion, die schon seit einiger Zeit eine kleine feine Tradition an unserem Schulstandort ist. Namensgebend für das Weckerl und die damit einhergehende Aktion ist Klemens Maria Hofbauer (1751 – 1820). Als gelernter Bäcker wusste der österreichische Priester und Prediger schon damals um die Magie eines frisch gebackenen Laib Brotes.

Schon seit 2 Jahren setzt sich Frau Direktor Lindl dafür ein, dass diese Aktion bei uns an der Schule möglich gemacht werden kann. Durch die großzügige Unterstützung des Elternvereins und Dank der perfekten Organisation unseres Verwaltungsteams unter der Leitung von Frau Schimatzek, konnten auch heuer wieder für jedes Kind Klemensweckerl, frisch gebacken in der Bäckerei Grimm, ausgeteilt werden.

Schon zu früher Stunde verbreitete sich im Schulhaus der wunderbare Geruch frisch gebackenen Brotes. Gemeinsam mit Frau Astorga ließ es sich unser Küchenpersonal nicht nehmen, die frischen Weckerl persönlich in jede Klasse zu bringen, wo die Köstlichkeiten in ganz individueller Weise in den Schulalltag miteinbezogen wurden.

Ein Buchstabentag diente dazu, das köstliche Backwerk mit einem besonders schmackhaften Aufstrich zu kombinieren. Jedoch kein gewöhnlicher Aufstrich! Ein fantastischer Frühlingsaufstrich machte das Erlernen des Buchstaben „F“ zu einem freudigen, wie auch kulinarischen Fest.

Im Religionsunterricht wurde das beeindruckende Leben Hofbauers besprochen. So wurde beispielsweise gelernt, dass Klemens Maria Hofbauer nicht nur Wiens Landespatron, sondern auch der Schutzpatron der Bäcker ist. Wer also während des einen oder anderen Lockdowns zu Hause ein köstliches Brot backte, der hatte womöglich einen durchaus besonderen Lehrmeister, der heimlich, still und leise den Teig bewachte.

Andere Klassen ließen sich das Klemensweckerl in der großen Pause schmecken und erkannten schnell, dass gemeinsames Fasten einfach mehr Spaß macht. Hier sei jedoch angemerkt, dass die Klemensweckerlaktion freilich nicht nur eine nette, spaßige Abwechslung im Schulalltag sei. Wie schon unsere Schulgründerin Madeleine Sophie Barat (1779 – 1867) einst sagte: „Seien wir ein gutes Vorbild an Freundlichkeit, Humor und Mitgefühl“, so nehmen wir besonders das Mitgefühl und die Sorge um unsere Nächsten sehr ernst.

Mit jedem Weckerl, das am 2. März verspeist wurde, konnten 20 Cent an das Kinderhospiz „Momo“ gespendet werden.

Die letzten Wochen und Monate waren nicht einfach. Vieles musste neu gelernt und in neuen Settings erlernt werden. Plötzlich konnten wir einander nicht mehr sehen und wenn doch, dann umrahmt von einem digitalen Werk.

So kompliziert die Tage auch waren, so sicher waren wir jedoch alle, dass wir uns wieder sehen werden. Und sei es dann bei einem einfachen Stück Brot.

„Wenn man auch die vergangene Zeit nicht zurückrufen kann, so kann man sie doch dadurch zurückbekommen, daß man den Eifer im Tun des Guten verdoppelt.“

Klemens Maria Hofbauer